Schachklub Wernau e.V.

Verein


Chronik des SK Wernau


Vorsitzende des Schachvereins Wernau:
1948 - 1949 Wilhelm Rieger
1949 - 1950 Wilhelm Wachtler
1950 - 1954 Wilhelm Rieger
1954 - 1956 Armin Jatzek

Ab 1956 bestand statt des Schachvereins Wernau eine "Schach-Abteilung" der "Sportvereinigung Wernau 1919". Die Sportvereinigung Wernau schloß sich 1970 mit dem "Turnverein Wernau 1898" zu den "Wernauer Sportfreunden 1898" zusammen.

Schach-Abteilungsleiter:
1956 - 1960 Armin Jatzek
1960 - 1970 Willy Friedl
1970 - 1978 Armin Jatzek

Am Freitag, 14. Juli 1978, gründeten 17 Personen der früheren Schach-Abteilung in der Wernauer Stadthalle den neuen "Schachklub Wernau"

Vorsitzende:
1978 - 1982 Willy Friedl
1982 - 1984 Gerhard Pietrek
1984 - 1988 Armin Jatzek
1988 - 1990 Axel Denzinger
1990 - 1994 Peter Trautmann
Mai - Okt. 1994 Peter Brenner
Okt. 1994 - 1996 Wilhelm Petkof
1996 - 2014 Peter Trautmann
Seit 2014 Serkan Yildiz


Die Vereinsmeister
1948 - 1956 n. ausgespielt
1957 Willy Friedl
1958 Willy Friedl
1959 R. Schreiber
1960 Paul Boceck
1961 Armin Jatzek
1962 Walter Haasis
1963 Mile Rubcic
1964 Hans Sauter
1965 Willy Friedl
1966 Armin Jatzek
1967 Armin Jatzek
1968 Armin Jatzek
1969 Gerhard Pietrek
1970 Henry Reinhardt
1971 Leonhard Kowatsch
1972 Hugo Schober
1973 Hans-Peter Wild
1974 Leonhard Kowatsch
1975 Josef Steinmacher
1976 Josef Steinmacher
1977 Peter Brenner
1978 Hugo Schober
1979 Gerhard Pietrek
1980 Peter Brenner
1981 Peter Brenner
1982 Peter Dirschnabl
1983 Peter Dirschnabl
1984 Andreas Pohl
1985 Peter Brenner
1986 Peter Brenner
1987 Peter Brenner
1988 n. ausgespielt
1989 Andreas Pohl
1990 Gerhard Pietrek
1991 Peter Brenner
1992 Gerhard Pietrek
1993 Wilhelm Petkof
1994 Hagen Stegmüller
1995 Hagen Stegmüller
1996 Hagen Stegmüller
1997 Oliver Boceck
1998 Peter Brenner
1999 Peter Brenner
2000 Carsten Stein
2001 Carsten Stein
2002 - 2009 nicht ausgespielt
2010 Oliver Boceck
ab 2011 nicht ausgespielt


Chronik des Wernauer Schachs

Gründungsphase 1947
Die allgemeine Lage in der Bevölkerung war bestimmt nicht rosig, als sich eine kleiner Haufen engagierter Männer am Abend des 3. Dezember 1947 in der Wernauer Gaststätte "Zum Rößle" einfand. Schließlich war der 2. Weltkrieg gerade einmal zweieinhalb Jahre vergangen, Lebensmittel gab es nur auf Karten, die Wirtschaft lag noch am Boden. Viele suchten ein wenig Zerstreuung und Ablenkung vom harten Alltag und das Schachspiel hatte damals auch in Wernau viele Bewunderer und Anhänger. Und so wurde an diesem denkwürdigen Tag von 19 Männern mit Wirkung zum 1. Januar 1948 ein Verein gegründet: der "Schachverein Wernau". Diesen Männer haben in einer nach heutigen Maßstäben unvorstellbar schweren Zeit einen Klub gegründet, in dem auch wir 75 Jahre später noch Freunde treffen und unsere Freizeit verbringen dürfen. Das Schachspiel hat uns in seinen Bann gezogen. Seit einem dreiviertel Jahrhundert auch in Wernau - und darauf dürfen wir stolz sein.

Zum 1. Vorsitzenden des Schachvereins Wernau wurde Wilhelm Rieger gewählt. Ein halbes Jahr später, am 23. Juni 1948, feierten die Mitglieder ein im wahrsten Sinn "berauschendes" Gründungsfest. Hierzu schrieb der Verein, der die Schachklubs aus den umliegenden Gemeinden eingeladen hatte, an das Kreisernährungsamt in Esslingen und bat hochachtungsvoll um die Zuteilung von 500 Liter Apfelmost. Die Begründung folgte im Schlusssatz: "Da es sich um eine einmalige wichtige Vereinsfeier handelt, die ohne Verabreichung eines entsprechenden Getränks mißlingen müsste, bittet der Verein dringend um Unterstützung." Da auch der zuständige Herr vom Kreisernährungsamt zwischen den Zeilen lesen konnte, wurde der Bitte entsprochen und die Gründungsfeier zu einem legendären Ereignis.

Für den Spielbetrieb war freilich wichtiger, dass der Verein in Josef Zink einen begnadeten Handwerker fand, der nahezu kostenlos Schachtische samt den dazugehörigen Figuren drechselte. Und zum Glück war Rößle-Wirt August Woll ein toleranter Fürsprecher. Er stellte den Clubmitgliedern immer mittwochs das Nebenzimmer seines Lokals zur Verfügung und spendierte nicht selten noch Essen und Trinken. Die Stimmung hätte nicht besser sein können und so wurde nach dem Schachspielen oft noch bis in die frühen Morgenstunden gesungen. Das war gewiss keine Selbstverständlichkeit, denn die Denksportler waren in Gaststätten allgemein nicht gern gesehen. Für großen Umsatz sorgten sie, selbst wenn sie vier oder fünf Stunden zubrachten, nur selten. So war es kein Wunder, nachdem August Woll nicht mehr Pächter im Rößle war, dass die Wernauer Schachspieler von einem Lokal ins nächste weitergereicht wurden: Vom "Brückle" ins "Café Läpple" und weiter in den "Goldenen Ochsen"...

Schon 1948 ging der Schachverein Wernau in der Verbandsrunde an den Start. Zunächst in der A-Klasse, später gelang der Aufstieg in die Kreisklasse. Bezeichnend für die Anfangsjahre war die ausgeprägte Zuverlässigkeit der einzelnen Spieler. Kurzfristige Absagen waren seinerzeit undenkbar. Es hatte ja auch kaum einer ein Telefon und wie hätte man kurzfristig einen Ersatzspieler finden sollen? Wie heute wurden die Wettkämpfe sonntags ausgetragen, nur mit dem Unterschied, dass niemand ein Auto besaß. So war es üblich, dass sich die Spieler bei Auswärtsbegegnungen am Wernauer Bahnhof trafen und beispielsweise um 6.29 Uhr nach Neckartenzlingen abfuhren. Der Trip in die Nachbargemeinden wie Plochingen oder Deizisau wurde in der Regel zu Fuß zurückgelegt.

50er Jahre und Jugend-Aufschwung in den 60ern
Allmählich begann die Mitgliederzahl des Schachvereins Wernau zu stagnieren und so kamen die Kameraden unter Armin Jatzek, der seit 1954 den Vorsitz führte, im Jahr 1956 auf die Idee, sich aus Gründen der Mitgliedergewinnung der "Sportvereinigung Wernau 1919" anzuschließen. Bei diesem Verein (ab 1970: Wernauer Sportfreunde) stand natürlich Fußball hoch im Kurs, daneben wurde Leichtathletik betrieben. Die Verbindung hielt immerhin 22 Jahre, akzeptiert wurden die Schachspieler aber nie so richtig. Sie wurden stattdessen - wie auch in vielen anderen Vereinen - eher belächelt.

Trotzdem erlebte die Schachabteilung in den 60er Jahren an Mitgliederzahl und Leistungsstärke einen rasanten Aufstieg. Das lag weniger am Gesamtverein als an den Abteilungsmitgliedern, die sich intensiv um die Weiterentwicklung des Wernauer Schachs bemühten und ihre Ideen in die Tat umsetzten. 50 Mitglieder, darunter zwölf Jugendliche, waren 1963 der Lohn für diese vorbildliche Arbeit. Damit war die Wernauer Schachabteilung im Kreis Esslingen die zweitgrößte Schachvereinigung.

Der Höhepunkt folgte in der Saison 1964/65, als zum ersten Mal in der Geschichte des Wernauer Schachs drei Mannschaften an den Start gingen. Dabei verpasste die erste Mannschaft als Vizemeister der Kreisklasse hinter Reichenbach nur knapp den Aufstieg in die Bezirksklasse - die damals dritthöchste Liga in Württemberg. Der Bericht der Schachabteilung bei der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins lobte ausdrücklich die Spieler Willy Friedl und Henry Reinhardt, die kein Spiel verloren hatten. In der zweiten Mannschaft (ebenfalls Kreisklasse) glänzten auf diese Weise Leonhard Kowatsch, Siegfried Delitz und Max Pöhlmann. Die dritte Mannschaft wurde Vizemeister in der B-Klasse, wobei Wilhelm Rieger und Jugendspieler Norbert Boceck ungeschlagen blieben.

Vor allem die Jugend drängte immer mehr nach vorn, was vor allem ein Verdienst des einsatzfreudigen Jugend- und Spielleiters Johann Pertschi war. Er hatte einen hervorragenden Draht zu den Jungen und förderte sie nach Kräften. Und die dankten es ihm, indem sie an Ehrgeiz und Motivation alle anderen Vereinsmitglieder übertrafen. Bis zu vier Wernauer Nachwuchsspieler, etwa Norbert Boceck, Willi Schmidt oder die späteren Vereinsmeister Hugo Schober und Hans-Peter Wild, standen bei den alljährlichen Bezirksjugendmeisterschaften in Bad Urach unter den ersten Zehn. Die Wernauer Jugendarbeit unter Johann Pertschi wurde weithin als vorbildlich anerkannt.

Auch die Vereinsturniere nahmen in den 60ern ihren Aufschwung, nachdem bis zum Jahr 1957 keine vereinsinterne Meisterschaft durchgeführt wurde. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl musste das Turnier in zwei Leistungsgruppen durchgeführt werden. Das hinderte den späteren Ehrenvorsitzenden Armin Jatzek (1922-199) aber nicht daran, von 1966 bis 1968 dreimal in Serie den Wanderpokal der Gruppe 1 mit nach Hause und damit endgültig in seinen Besitz zu nehmen.

Abschwung Ende der 60er, dann Abteilung bei den WSF in 70er Jahren
Doch die erste große Blütezeit der Schachabteilung fand in den Jahren 1968/69 ein jähes Ende. Innerhalb von zwölf Monaten war die Mitgliederzahl von 41 auf nur noch 24 geschrumpft. "Wohnungswechsel, berufliche Überforderung, nachlassender Gesundheitszustand, aber auch eine zunehmende Interesselosigkeit und Spielmüdigkeit haben diese bedauerliche Entwicklung in Gang gesetzt", konstatierte Abteilungsleiter Willy Friedl resigniert auf der Hauptversammlung der Sportvereinigung am 5. September 1969. Die ehemals stolze Jugendabteilung mit zwölf Spielern war auf kümmerliche drei zusammengeschrumpft. Die 1. Mannschaft musste nach dem Aufstieg in der Saison 1967/68 gleich wieder aus der Bezirksklasse absteigen. Bei der 2. Mannschaft reichte es lediglich zu einem Fünfer-Team für die C-Klasse. Die Mini-Truppe gewann dort alle Begegnungen mit einem Klassenunterschied, ein Aufstieg war indes nicht möglich. Unterdessen stieg die 1. Mannschaft gleich noch einmal ab - und zwar in die A-Klasse.

Im September 1970 gab Willy Friedl schließlich nach zehnjähriger Amtszeit das Zepter zurück an Armin Jatzek, den alten und neuen Abteilungsleiter. Gespielt wurde zu dieser Zeit in der Autoraststätte "Café Eitel" - dort sollte sich die Achterbahnfahrt fortsetzen. Spielern wie Pertschi, Schober, Jatzek, Kowatsch, Schulz, Paul und Norbert Boceck, Wild, Pietrek, Reinhardt und Flennert gelang binnen zweier Jahre postwendend die Rückkehr in die Bezirksklasse. Ein schöner Erfolg, doch gleich ging's wieder bergab. 1975 war Wernau wieder in der A-Klasse angekommen. Mit Hilfe von Josef Steinmacher, zweimaliger Vereinsmeister und einer der stärksten Spieler im Schachbezirk, kehrte Wernau abermals in die Kreisklasse zurück. Von Josef Steinmacher, der sich auf die Übungsabende bestens vorbereitete und seinen Kameraden Unterricht gab, profitierte letztlich der ganze Verein. Seit 1973 wurde in der Gaststätte "Ochsen" (Hauptstraße) trainiert. Diese intensive Trainingsperiode war aber nur von kurzer Dauer, da Steinmacher aus beruflichen Gründen Wernau verließ.

Neugründung 1978 als Schachklub Wernau e.V. und Aufschwung in 80er Jahren
Schließlich wurde im August 1975 das heutige WSF-Haus im Neckartal gebaut und feierlich eingeweiht. Den Schachspielern wurde das Nebenzimmer für alle Trainings- und Spieltage in Aussicht gestellt, daraus wurde allerdings nichts. Die meiste Zeit wurden die zirka 25 Mitglieder in ein schummriges Hinterzimmer abgeschoben, das nebenbei den Fußballern als Partyraum und Abstellkammer diente. Die Folge: Es kam zum Bruch mit den Wernauer Sportfreunden. So gut wie alle Mitglieder hatten ihren Unmut über die ungenügenden Zustände kundgetan und es war daraufhin Willy Friedl, der das Heft in die Hand nahm. Am 14. Juli 1978 hoben 17 Gründungsmitglieder in der Stadthalle den Schachklub Wernau aus der Taufe. Die WSF-Schachabteilung war de facto nicht mehr existent.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Willy Friedl und zu seinem Stellvertreter Leonhard Kowatsch gewählt. Den Posten des Kassenwarts übernahm Henry Reinhardt, das Amt des Schriftführers übte - wie jahrzehntelang zuvor - Armin Jatzek aus. Es war sicher ein Glücksfall, dass der neue Schachklub von der Stadt Wernau einen Nebenraum der Stadthalle zur Verfügung gestellt bekam. Hier hatten die Schachspieler ein Vierteljahrhundert ihr eigenes kleines Reich, wo sie sich wohlfühlten und ohne Zeitdruck ihre Vereinsabende gemütlich ausklingen ließen.

Nach der Trennung von 1978 ging es mit dem Schachklub wieder bergauf. Über zwei Wahlperioden geleitete Willy Friedl den Verein in ein sicheres Fahrwasser, ehe Gerhard Pietrek am 4. Juni 1982 den Vorsitz übernahm. Noch am selben Tag wurde Willy Friedl aufgrund seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Inzwischen war die 1. Mannschaft wieder in die Bezirksklasse aufgestiegen und zur Saison 1982/83 schickte der Schachklub Wernau auch wieder eine zweite Mannschaft ins Rennen. Die war mit vielen jungen Neulingen hervorragend bestückt, stieg ohne Unterbrechung von der D- bis in die B-Klasse auf und scheiterte am Aufstieg in die A-Klasse nur hauchdünn durch ein unglückliches 4:4 in der letzten Runde gegen Altbach II. Die jungen Spieler wie Andreas Pohl, Jochen Seelig, Jürgen Walter oder Hagen Stegmüller wurden nun an die 1. Mannschaft (Kreisklasse) herangeführt. Unterdessen glückte Kapitän Peter Brenner in der Vereinsmeisterschaft von 1985 bis 1987 der zweite Hattrick nach dem von Armin Jatzek (1966-68). Insgesamt gewann Brenner zwischen 1977 und 1999 das Vereinsturnier neunmal - so oft wie kein anderer Wernauer Schachspieler.

Derweil war es erneut Armin Jatzek, der bei der Hauptversammlung 1984 in die Bresche sprang, als niemand für das Amt des Vorsitzenden kandidieren wollte. Doch irgendwie musste es ja weitergehen und wieder war Armin Jatzek zur Stelle, als es um das Fortbestehen des Vereins ging. Noch einmal opferte er vier Jahre lang seine Freizeit für den Verein, ehe er 1988 den Vorsitz in jüngere Hände übergeben durfte. Jatzeks 50-jährigen, ununterbrochenen Anstrengungen um das Wernauer Schach wurden mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden belohnt. Nach seinem Tod 1999 rief der Schachklub Wernau das Armin-Jatzek-Gedächtnisturnier ins Leben. Es wird jedes Jahr in der Stadthalle ausgetragen und lockt hervorragende Schachspieler (Internationale Meister, Großmeister) aus ganz Deutschland nach Wernau. Mit dem Turnier, das an seinen großen Ehrenvorsitzenden erinnert, zählt der Schachklub Wernau zu den bedeutenden Turnier-Veranstaltern Baden-Württembergs.

90er Jahre: Nach Tiefpunkt schafft 1. Mannschaft neuen Höhenflug
Axel Denzinger hieß ab 1988 der neue Vorsitzende. Um ihn herum wurde die Führungsspitze mit Vize Peter Brenner, Schatzmeister Michael Späth, Jugendleiter Ingo Gennrich und Schriftführer Hagen Stegmüller deutlich verjüngt. Gerade die Jugendarbeit wurde durch Ingo Gennrich neu belebt, so dass sich im Schachraum beim Hallenbad immer mehr Jugendliche tummelten. Auf die erste Mannschaft hatte dies zunächst keine Auswirkungen, denn die verhinderte 1991 nur mit großer Mühe den absoluten Tiefpunkt, nämlich den Abstieg in die B-Klasse.

Allmählich kam der SK Wernau aber auch leistungsmäßig wieder auf die Beine: 1993 ging es wieder hoch in die Kreisklasse und unter der Regie von Peter Trautmann, der den Verein von 1990 bis 2014 mit kurzer Unterbrechung führte, sogar in die Bezirksliga. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatten Spieler wie Brenner, Stegmüller, Walter, Pietrek, Wilhelm und Peter Petkof, Serkan und Cahit Yildiz, Carsten Stein, Oliver Boceck und Kurt Hüber. Derweil erspielte sich Hagen Stegmüller mit seinem Hattrick von 1994 bis 1996 einen Platz in der Vereinsmeister-Galerie neben Jatzek und Brenner.

Die erste Mannschaft war ab der Saison 1994/95 erfolgreicher als in all den Jahren seit Vereinsgründung. 17 Jahre lang spielte das Team ohne Unterbrechung in der Bezirksliga - das war zuvor nie gelungen. In der ersten Saison stürmte der SKW voller Elan nach vorn und errang sogar die Vize-Meisterschaft. Danach wurden in aller Regel solide Mittelfeld-Plätze belegt. Erst in der Saison 2010/11 lief nach verheißungsvollem Start gar nichts mehr und Wernau wurde nach hinten durchgereicht, mit nur 5 Punkten Letzter. Abstieg in die Kreisklasse. Dort spielte der SKW so gut, dass man mit neun Siegen in neun Spielen unangefochten Meister wurde und sofort in die Bezirksliga zurückkehrte.

Nur zwei Jahre später (2013/14) war der Schwung verflogen und Wernau stieg als Vorletzter erneut in die Kreisklasse ab. Dort angekommen erkämpfte sich der SKW als Vizemeister gerade noch den Relegations-Platz, schlug Ammerbuch 5:3 und durfte 2015/16 wieder in der Bezirksliga mitspielen. Die zweite Mannschaft startete zeitversetzt ebenfalls einen Siegeszug und stieg 1996 bis in die Kreisklasse auf, musste später wegen des dünnen Spielerkaders aber Rückschläge verkraften.

2005: Umzug ins alte Rathaus
Ende der 90er Jahre beschloss die Stadt Wernau, die Stadthalle zu einem Tagungs- und Verwaltungszentrum ("Quadrium") mit Wellness-Landschaft umzubauen. 2003 mussten die Schachspieler deshalb ihren geliebten Vereinsraum verlassen und kamen für zwei Jahre übergangsweise in der Friedrichstraße (ehemaliges "Rathaus 2") unter. Nach dem Umbau des Alten Rathauses zum "Haus der Vereine" bekam der Schachklub ab 2005 das ehemalige Bürgerbüro im Erdgeschoss zugeteilt. Dort haben die Schachspieler in prominenter Lage beste Bedingungen für Spiel, Training und Jugendarbeit. Im ehemaligen Vereinsraum beim Hallenbad ruhen sich heute die Wellness-Gäste auf gefliesten Steinliegen aus.

An der Vereinsspitze ergab sich erst 2014 wieder eine Änderung. Peter Trautmann hatte den Klub von 1990 bis 1994 geführt, nach einer Unterbrechung von zwei Jahren dann wieder von 1996 bis 2014. In dieser Zeit baute der Schachklub sein neues Vereinsheim im alten Rathaus auf, stieg von der A-Klasse bis in die Bezirksliga auf und etablierte eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb. Das Armin-Jatzek-Gedächtnisturnier wurde ins Leben gerufen, es lockt bis heute jedes Jahr Großmeister und Internationale Meister nach Wernau. Stets stand der Verein finanziell auf gesunden Füßen. "Der Schachklub Wernau hat Peter Trautmann viel zu verdanken", sagte der neue Vorsitzende Serkan Yildiz bei der Hauptversammlung im April 2014.

2010er Jahre: SK Wernau stößt in Württembergs Schach-Elite vor
Der neue Vorsitzende Serkan Yildiz setzte sich zum Ziel, die erste Mannschaft aus ihrer jahrzehntelang angespannten Personalsituation zu befreien. Erstmals konnten Spieler, die von anderen Vereinen nach Wernau wechselten und dadurch weitere Anfahrtswege hatten, eine Aufwandsentschädigung erhalten. So wurde die Mannschaft massiv verstärkt, der Erfolg blieb nicht aus. 2018 holte Wernau zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Meisterschaft in der Bezirksliga und stieg in die Landesliga auf. Dort setzte sich der Höhenflug fort und Wernau wurde sofort ein weiteres Mal Meister. Somit wurde 2019 das erreicht, was in den 71 Jahren zuvor unerreichbar erschien: der Aufstieg in die Verbandsliga und damit in die württembergische Schach-Elite. Hier misst sich der SK Wernau nun mit Mannschaften vom Bodensee, dem Schwarzwald und sogar mit grenznahen Teams aus Bayern, die sich dem Württembergischen Schachverband angeschlossen haben.

Auch mit der Jugend ging es in den 2010er Jahren wieder aufwärts. Ab der Saison 2013/14 wurde die zweite Mannschaft ausschließlich mit Jugendspielern besetzt. Die Jugendarbeit von Trainern wie Ingo Gennrich, Carsten Stein, Serkan und Cahit Yildiz zahlte sich aus, so dass freitagabends bis zu 20 Jugendliche zum Training kamen - für traditionell eher mitgliederschwache Schachvereine eine enorm hohe Zahl. So konnten ab der Saison 2016/17 erstmals nach einem halben Jahrhundert wieder drei Wernauer Schach-Mannschaften gemeldet werden.

Im November 2015 mussten sich die Schachklub-Mitglieder von ihrem letzten lebenden Gründungsmitglied verabschieden. Paul Boceck starb nach 68 Jahren Mitgliedschaft im Alter von 91 Jahren. Bis zuletzt zählte er zu den Aktivsten im Verein, versäumte keinen Trainingsabend und keinen Heimspiel-Sonntag, wo er zunächst den Ligaspielern zuschaute, dann zwanglos mit Leonhard Kowatsch oder Gerhard Pietrek bis in den Nachmittag hinein Schach spielte. Männern wie ihm, aber auch Schaffern wie Norbert Flennert, hat der Verein viel zu verdanken.

2020er Jahre: Corona-Pandemie lähmt den Schachsport
Im März 2020 verbreitete sich ein neuartiger Corona-Virus über den Globus, was zur Schließung von Geschäften, Kultureinrichtungen und Sportstätten führte. Somit musste auch der Schachklub Wernau seinen Trainings- und Spielbetrieb einstellen. Die erste Verbandsliga-Saison (2019/20) wurde noch mit Verzögerung beendet (Wernau erreichte Platz 6), die zweite fiel komplett aus. Die dritte Saison (2021/22) wurde nach drei Verbandsspielen unterbrochen. Die Vereinsabende durften entweder gar nicht oder nur unter wechselnden Auflagen abgehalten werden. Das führte naturgemäß zu einer Schwächung des Vereinssports, wovon auch der SK Wernau nicht verschont blieb. Erstmals in seiner Geschichte veranstaltete der Schachklub aber einen mehrwöchigen Online-Schachkurs, an dem Nichtmitglieder kostenlos teilnehmen konnten. Anfang des Jahres 2022 wartet der SK Wernau darauf, dass die Auswirkungen der Pandemie abebben und das Vereinsleben wieder unter gewohnten Bedingungen möglich ist.

Hagen Stegmüller

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